Meine Qualifizierung zum Digitalisierungsmanager ist schon einige Zeit her. Warum also trotzdem dieser Post?
Als Geschäftsführung am GRIPS Theater habe ich eine Reihe von Digitalisierungsprojekten geleitet. Dabei habe ich gelernt:

Digitalisierung ist kein geradliniger Prozess mit klarem Endergebnis: Die Potenziale, die Digitalisierung und KI in Unternehmen eröffnen, werden erst sichtbar, wenn man sich auf den Weg macht. Deswegen ist eine agile Herangehensweise notwendig. Kurze Etappenziele und dann Neuorientierung. Zugleich wollen Mitarbeitende ein durchdachtes Konzept, wollen Klarheit. Klingt wie ein Widerspruch. Der 𝗔𝗱𝗮𝗽𝘁𝗶𝘃𝗲 𝗥𝗼𝗮𝗱𝗺𝗮𝗽 𝗖𝗮𝗻𝘃𝗮𝘀 als Strategieinstrument ermöglicht beides. Die visuelle Darstellung macht die strategische Herleitung der nächsten Umsetzungsschritte nachvollziehbar und kommunizierbar.

Digitalisierung ist keine Aufgabe für die IT-Abteilung: Die IT kann technische Lösungen aufsetzen, aber anwenden müssen es die Kolleg:innen. Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ängste müssen deshalb im Anforderungsmanagement integriert werden. Ich führte eine Steuerungsgruppe ein mit Mitarbeitenden verschiedener Abteilungen, IT-affine genauso wie unsichere und überforderte Kolleg;innen. Auch hier bietet der Canvas ein gutes Instrument, weil es die Entwicklung von Konzepten in 𝗖𝗼-𝗖𝗿𝗲𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻 erlaubt.

Entscheidungen, die rein technisch erscheinen, sind es oft nicht: Bei der Auswahl des Ticketingsystems gab es 3 Anbieter, die die Kernfunktionen erfüllten. Ein Produkt war jedoch vom Marketing gedacht, das andere vom Accounting und das Dritte vom Verkauf. So gab es im Team unterschiedliche Präferenzen. Mit 𝗦𝘆𝘀𝘁𝗲𝗺𝗶𝘀𝗰𝗵 𝗞𝗼𝗻𝘀𝗲𝗻𝘀𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻 lässt sich eine Entscheidung mit maximaler Akzeptanz treffen.

Umsetzungssteuerung braucht Rhythmus nicht Meilensteine: IT-Projekte blieben immer wieder stecken, weil der Produktionsdruck auf der Bühne Priorität hatte, weil Krisen dazwischen kamen, weil Kolleg:innen ausgefallen sind. In der Konsequenz verschoben sich die Deadlines für Meilensteine. Es etstand eine diffuse Situation. Energie ging verloren. Eine 𝗿𝗵𝘆𝘁𝗵𝗺𝗶𝘀𝗶𝗲𝗿𝘁𝗲 𝗨𝗺𝘀𝗲𝘁𝘇𝘂𝗻𝗴𝘀𝘀𝘁𝗲𝘂𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 wie im OKR-System hält die Energie. Das Thema bleibt auf der Tagesordnung, selbst, wenn die Arbeit ins Stocken geraten ist.

Change und Qualifizierung gehören verzahnt: Theater ist eine analoge Kulturtechnik und dies spiegelt sich auch bei den Mitarbeitenden wider. Punktuelle Schulungen hatten wenig Wirkung. Qualifizierung musste direkt anwendungsbezogen am Arbeitsplatz erfolgen. Mit 𝗣𝗲𝗲𝗿-𝘁𝗼-𝗣𝗲𝗲𝗿-Ansätzen kann gelingen, was klassische Schulungen nicht erreichen.

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