Erkenntnisse der DIGIS Jahreskonferenz
13.11.2025

Die Mehrzahl der Digitalisierungsprojekte in Museen und Archiven befassen sich mit der digitalen Erfassung von Ausstellungsobjekten. Dabei muss es nicht bleiben.  Digitalisierungsprojekte bieten die Chance, neue Perspektiven einzubeziehen.
So hat das Brücke Museum die Digitalisierung des Archivmaterials zu Wolfgang Rohloff genutzt, globale Perspektiven zu den kolonialen Weltbildern in den Kunstwerken einzubeziehen. Das Sportmuseum ermittelte bei der digitalen Bestandsaufnahme Lücken, wie Frauensport, Sport von Menschen mit Behinderungen und nahm im Anschluss mit Communities Kontakt auf, um diese Perspektiven zu ergänzen.
Bei der DIGIS Jahreskonferenz wurde deutlich, dass die Digitalisierung im Museum neue Wege der Zusammenarbeit mit vielfältigen Communities eröffnet. Der begrenzte physische Ausstellungsraum lässt sich erweitern, neue Kontextualisierung herstellen und Multiperspektivität darstellen.

PARTIZIPATIVES KURATIEREN IN PARTNERSCHAFT AUF AUGENHÖHE
Um die verschiedenen Sichtweisen zu integrieren, müssen übliche Verfahren im Museum aufgebrochen werden. Kurator:innen, die bisher festgelegt haben, was relevant und ausstellungswürdig ist, müssen in den Dialog mit Communities treten und deren Sichtweisen gleichberechtigt zulassen. Das Stadtmuseum Friedrichshain Kreuzberg hat so die Geschichte der Besetzung der Gerhart-Hauptmann-Schule durch Geflüchtete als Protest gegen die Asylpolitik aufgearbeitet und hier beteiligte Aktivit:innen über die Darstellung mitentscheiden lassen.

BEZIEHUNGSEBENE IN PROJEKTMANAGEMENT MITDENKEN
Projekte sind zunächst funktionale Organisationsformen. Aber die Menschen lassen sich nicht ausklammern. Deswegen gab es ein Plädoyer dafür, alle vier Quadranten (individueller Raum, operativer Raum, Beziehungsraum und Steuerungsraum) gleichermaßen zu berücksichtigen.
„Was würde passieren, wenn wir in die Zusammenarbeit in Projekten genauso viel Energie investieren, wie in das Ergebnis?“
Eine Erkenntnis aus der Praxis: Oft sind Basics – pünktlicher Anfang, Zeitmanagement, Moderation, Vorbereitung – schon der Schlüssel. Darüber hinaus ist ein guter Kick-Off mit Raum für die menschliche Ebene, regelmäßige Check-Ins und Check-Outs bei Besprechungen sowie Zwischenevaluationen sinnvoll.

MEIN ANGEBOT FÜR SIE
Als Moderator für partizipative Prozesse und Teamentwicklung gestalte ich ihr Kick-Off, moderiere Begegnungen mit verschiedenen Communities und begleite Sie in der Zwischenevaluation mit Blick auf alle 4 Quadranten.

DIGIS Jahreskonferenz

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