Hier sind meine Erkenntnisse — nicht als Zusammenfassung, sondern als das, was mich wirklich beschäftigt:
Kulturarbeit in KMUs über Selbstreflexion. Diese Frage traf mich: Wen frage ich nie um Feedback und warum eigentlich nicht? Ohne große Personalabteilung wirkt das Verhalten der Leitung direkt auf die Kultur. Nicht toxisch zu sein reicht nicht mehr. Menschen wollen gesehen werden. Zwei Diskussionsbeiträge blieben hängen:
💡 Wird Wertschätzung in der Unternehmenskultur besonders betont, kann das dazu führen, dass mit Kritik laviert wird und Führungskräfte nur noch schwammig um die eigentliche Problematik herumreden.
💡Echtes Vertrauen steckt in diesem Satz: „Ihr könnt alles machen. Wenn ihr etwas besonders Mutiges macht, lasst es mich vorher wissen. Dann kann ich mich vor euch stellen.”
Versteckte Leadership-Talente werden systematisch übersehen. Wer in Meetings redet – egal was – hat statistisch bessere Chancen, als Führungskraft wahrgenommen zu werden. Kommunale Stärken werden unterschätzt. Wie lässt sich dieser Bias verringern?
💡Beteiligungsformate, die wirklich allen Raum geben zu strahlen
💡Kompetenzmodelle, die bewusst reflektieren, dass agentisches Einzelhandeln in komplexen Situationen oft nicht angemessen ist
💡Feuerwehrsituationen als Legitimation direktiver Führung sind eher die Ausnahme
💡Positive Erfahrungen mit effizienter kollektiver Entscheidungsfindung, die dem Narrativ entgegenwirken, Beteiligung bedeute endlose Diskussionen ohne Ergebnis
— Teams werden in die Auswahl ihrer Führungskräfte einbezogen und definieren, welchen Führungsstil sie brauchen
Genau dafür stehe ich mit meiner Arbeit.
Der Körper kennt die Antwort oft früher als der Kopf. Neuropsychologie macht durch körperliche Reaktionen tiefere Überzeugungen sichtbar, bevor der Verstand rationalisiert. Als Coach hat mich das sofort gepackt. Wie oft arbeiten wir an der kognitiven Ebene, während das Eigentliche tiefer liegt?
Strategiearbeit und Disziplin für Selbständige. In meinem eigenen Workshop ging es um den Adaptive Roadmap Canvas. Solo-Selbständige und Gründer:innen finden bei der Vielzahl der Anforderungen wenig Zeit für Strategie. Das visuelle Framework hilft, Gedanken zu sortieren und Prioritäten zu klären. Den Fokus in die Umsetzung zu bringen braucht Disziplin — eine Execution Cadence mit regelmäßigen Check-ups verhindert, dass To-Dos stecken bleiben.
Und dann: Comedy als Spiegel. Humor verarbeitet kognitive Dissonanz. Comedy muss an Grenzen kratzen, ohne den Tabubruch ganz zu vollziehen — und braucht dafür Kontext. Scham, über sich selbst zu lachen, oder der Wunsch nach totaler Kontrolle schaden dem Humor.
Zum Abschluss Monty Python: Brian: „Ihr seid alles Individuen” — Masse: „Ja, wir sind alles Individuen!” — Einer: „Ich nicht.”
Danke an das Orgateam, alle Workshop-Leitungen und alle, die ihre Erfahrungen geteilt haben. 🙏
#BIZbonn26
